Freitag, 22. Mai 2026
Wir kommen am Vormittag frohgemut in der Marina an, um das Boot für die Friesland-Tour zu beladen und stellen als erstes einen penetranten Dieselgeruch im Boot fest. Ein Blick in den Motorraum sorgt für einen ordentlichen Schrecken: In der gesamten Bilge steht mehrere Zentimeter hoch Dieselkraftstoff. Unser Monteur Johan, der zufälligerweise gerade im Hafen ist, hat sofort die Ursache gefunden: Eine Schraube neben dem Kraftstofffilter hat sich gelöst und da plätschert ein Rinnsaal in die Bilge.


Vor vier Tagen war ich noch auf dem Boot und habe den Motor ein paar Minuten laufen lassen, dabei muss sich die Schraube wohl gelockert haben, denn zu diesem Zeitpunkt war noch nichts ausgelaufen. Zum Glück habe ich noch eine kleine batteriebetriebene Pumpe. Mit der pumpen wir nun jeweils einen 5-Liter-Kanister über einen Trichter mit Filter voll und gießen den teuren Stoff wieder zurück in den Tank. Da die Bilge sauber und wasserfrei ist, dürfte das kein Problem sein. Am Nachmittag haben wir 75 Liter Diesel aus der Bilge geholt der Rest wird dann mit Windeln von Aldi aufgesaugt. Über das, was passiert wäre, wenn wir ein paar Wochen nicht auf dem Boot gewesen wären mit unserem vollen 700-Liter-Tank, will ich lieber nicht nachdenken.
Montag, 25. Mai 2026
Maastricht – Maasbracht: 40 km
Fahrzeit: 4:15 h
Schleusen: 2
Betriebsstunden: 3:30 h
Hafenkosten: € 27,25 (AanUit)

Nachdem in der Bilge nur noch ein dünner Dieselfilm von dem Drama zeugt, können wir nun doch planmäßig am Montag starten. Laut Mitteilung von Rijkswaterstat ist der Julianakanaal wegen Baggerarbeiten nur von 9-10, 12-12:30 und 14:30-15:00 befahrbar, wir fahren also um 8:15 bei sonnigem Wetter los (im Vordergrund unser neuer Stegnachbar, ein schnuckeliges Dampf-Schleppboot. )


Von den angekündigten Baggerarbeiten sieht man absolut nichts, wir kommen ohne Probleme durch den Juliakanaal, der auf den ersten Kilometern auch recht schön anzusehen ist.


Sowohl die Schleuse Born wie auch Maasbracht zeigen bei Ankunft grün und werden dann sofort betätigt, so dass wir diesmal die Strecke Maastricht-Maasbracht in der Rekordzeit von 4:15 h schaffen.

Im Passantenhaven Maasbracht ist eine schöne Box frei und nachmittags besuchen uns unsere alten Bootsfreund Theo und Beate, mit denen wir einige schöne Touren unternommen haben.


Abendstimmung n Maasbracht.

Dienstag, 26. Mai 2026
Maasbracht – Venlo: 37 km
Fahrzeit: 4:00 h
Schleusen: 2
Betriebsstunden: 3:15 h
Hafenkosten: € 22,10

Heute soll es wieder sehr warm werden, deshalb brechen wir schon um 7:30 auf. Damit wir ganz sicher nicht unterwegs nachtanken müssen, füllen wir bei Tullemans noch den Tank auf, 160 Liter zu 2,18 € (vor einem Jahr noch 1,55 €). Um 11:30 legen wir am langen Gästesteiger in Venlo an.

Der Rest des warmen Tages vergeht mit Lesen, Chillen und ein bisschen Schwimmen. Abendessen im Restaurant „Paviljoen aan de Maas) mit der schönen Aussicht auf den Hafen

Später kriegen wir noch Besuch von einer einsamen Hausgans, die sich von mir füttern lässt.

Mittwoch, 27. Mai 2026
Venlo – Plasmolen: 55,7 km
Fahrzeit: 5:10 h
Schleusen: 1
Betriebsstunden: 4:40 h
Hafenkosten: € 120,00 (4 Nächte)

Wir stehen wieder früh auf und legen um 7:30 ab, Frühstück gibt es dann unterwegs. Wir verzichten diesmal auf der Hinfahrt auf den Stopp im Leukermeer und fahren durch bis Plasmolen. Um 10:40 erreichen wir die Schleuse Sambeek, auch hier können wir sofort rein und sind 15 Minuten später durch. Die Kirche von Cuijk erinnert immer ein bisschen an den Kölner Dom.

Die Einfahrt zum Verbindungskanal Maas-Plasmolen.

Um 12:40 legen wir in Plasmolen an, müssen dann aber noch mal umziehen, weil der bisherige Gästesteiger nun für Festlieger reserviert ist, aber auch hier liegen wir sehr schön. Kaum zu glauben, aber 14 Jahre, nachdem wir hier zum ersten Mal waren, haben sie jetzt zum ersten Mal den Code für die Eingangstür geändert.

Zum Abendessen mit den Fietsen zum Restaurant „Dolfijn“.
Donnerstag, 28. Mai 2026
Ein stabiles Schönwettergebiet lässt die Temperaturen wieder auf 30 Grad steigen und wir freuen uns, dass wir hier in Plasmolen immer wunderbar vom Boot aus in dem klaren Wasser des Hafens schwimmen können.

Nachmittags fahren wir mit der Fiets nach Gennep, eine schöne kleine Tour durch die Wiesen im Mündungsgebiet der Niers. In dem tollen Genneper Fischladen gibt es sehr leckere vorbereitete Kabeljaugerichte.
Freitag, 29. Mai 2026
Am Nachmittag holt uns wie üblich, wenn wir in Plasmolen sind, mein Bruder Günther ab. Bei leckerer Grillage-Torte und Kaffee gibt es viel zu erzählen, abends dann türkisches Essen im Restaurant „Cömce“ in Kleve.
Samstag, 30. Mai 2026
Jutta geht joggen und bringt auf dem Rückweg die leckeren dunklen Brötchen aus dem kleinen Campingsupermarkt mit. Nachmittags noch mal nach Gennep durch wunderbare Maas-Niers-Landschaft.


Der Fischladen in Gennep hat nicht nur gute Kabeljaugerichte, sondern auch leckeren Kibbeling.


Sonntag, 31. Mai 2026
Plasmolen-Doesburg: 67 km
Fahrzeit: 7:00 h
Schleusen: 1
Betriebsstunden: 6:10 h
Hafenkosten: € 55,00 (2 Nächte) (i-Marina)

Heute haben wir die längste Fahrt der Tour, deshalb starten wir schon um 7 Uhr. Um 7:30 verlassen wir die Maas zum Maas-Waal-Kanaal und erreichen um 8:30 die Schleuse Weurt. Wegen Niedrigwasser ist der zweite Schleusenkolk zurzeit gesperrt, das kann zu längeren Wartezeiten führen. Aber wir haben Glück, vor und hinter uns ist je ein Berufsschiff, die können sofort in die offene Schleuse einfahren, und da noch genug Platz für uns dahinter ist, schickt uns der Schleusenmeister hinterher. Nach einer Dreiviertelstunde sind wir durch.


Wir melden uns bei der Sectorkontrolle Nijmegen über Funk an und können sofort auf den Waal einbiegen. Ab jetzt geht es gegen die Strömung und das heißt nur noch 7-8 km/h statt der üblichen 11 km/h. Trotz Sonntag ist auf dem Waal ordentlich was los, wie man auf dem AIS sieht.

Wir werden natürlich ständig überholt und wegen des Niedrigwassers ist die Fahrrinne relativ schmal.

Am Ufer sonnen sich wilde Konik-Pferde.

Um 9:25 biegen wir in den Pannerdensch Kanaal ab, jetzt haben wir die Strömung mit uns und fahren 13 km/h. Nach 10 Kilometern gabelt sich der Fluss in den Nederrijn nach links und die Ijssel nach rechts, auf der wir dann mit flotten 15 km/h weiterkommen. Verglichen mit 2018, als wir das letzte mal hier gefahren sind, ist der Wasserstand der Ijssel ungefähr 1,50 niedriger und damit die Fahrrinne erheblich schmaler. Um 14 Uhr legen wir im Hafen von Doesburg an und haben dabei nur noch ungefähr 50 cm Wasser unter dem Kiel.

Bezahlt wird hier jetzt nicht mehr mit der Bezahlkarte, sondern mit der i-Marina App, was aber problemlos klappt. Per Mail kriegt man dann einen QR-Code, mit dem man das Eingangstor und die Duschen öffnen kann. Abendessen im wunderschönen Restaurant „De Waag“, angeblich das älteste Gasthaus der Niederlande.


Montag, 1. Juni 2026
Wir machen mit der sehr praktischen Fietsknoop-App eine kleine Fahrradtour entlang der Oude Ijssel, einem kleinen Nebenfluss der Ijssel.



Abends ein kleiner Spaziergang an der Ijssel und ein Affligem Dubbel auf der Terrasse vom Stadshotel mit Blick auf den Fluss.

Interessante Architektur im neuen Teil von Doesburg.


Abendstimmung im Hafen.

Dienstag, 2. Juni 2026
Doesburg – Zutphen: 22 km
Fahrzeit: 1:40 h
Schleusen: 0
Betriebsstunden: 1:40 h
Hafenkosten: € 27,94 (AanUit)

Um 8:30 kommt Wim Scharlo von der Jachtwerf Doesburg und kümmert sich um unsere Stopfbuchse, die zuletzt ein bisschen viel Wasser verlor. Um 9 Uhr geht’s dann los auf die Ijssel, wo wir wieder mit flotten 15 km/h unterwegs sind, vorbei an der Jachtwerf, wo wir das Boot vor 8 Jahren gekauft haben.

Nur selten kommt uns ein Berufsschiff entgegen und um 10:40 können wir schon in dem schicken neuen Noorderhaven anlegen.


Nachmittags im Stedelijk Museum Zutphen, wo unter dem Titel „Rembrandt, van donker naar licht“ seltene kleine Radierungen von Rembrandt gezeigt werden.

Mittwoch, 3. Juni 2026
Zutphen – Zwolle: 57 km
Fahrzeit: 4:45 h
Schleusen: 1
Betriebsstunden: 4:40 h
Hafenkosten: € 77,64 (3 Nächte) (AanUit)

Es hat über Nacht etwas abgekühlt und regnet zeitweise. Wir legen um 8:30 ab und fahren wieder mit flotten 15 km/h Ijsselabwärts.

Auf der vierstündigen Fahrt sehen wir mehr Kühe als Berufsschiffe.


Um 12:45 biegen wir nach rechts in die Spooldersluis ab, können sofort einfahren und haben ein bisschen Probleme mit dem plötzlich heftigen Wind.

Dann noch zwei Brücken in der Stadt, die aber recht flott geöffnet werden.


Um 13:15 kriegen wir mit viel Glück mit steilem Anfahrwinkel die letzte Lücke an den zwei langen Stegen. Alle anderen Stege in Zwolle sind extrem kurz und für unser Boot eigentlich nicht geeignet. Wenn man vom Steg an Land will, sollte man schwindelfrei und gut im Klettern sein.

Nachmittags noch ein bisschen Bummeln durch die wirklich schöne Altstadt.



Donnerstag, 4. Juni 2026
Nachmittags gehen wir in das Zwoller Museum, das eine sehr interessante Architektur hat. Auf ein klassizistisches Gebäude hat man eine zweistöckige Kugel aufgesetzt, die teilweise mit Glasfenstern einen tollen ausbleick über die Stadt gibt.


Für heute Abend haben wir einen Tisch im Restaurant „Os en Peper“ reserviert, ein Geburtstagsgeschenk von Jutta für mich. Die haben ein interessantes Konzept: Es gibt nur ein 5-Gänge-Menü, das alle zwei Monate wechselt. Alle Gäste müssen um 19 Uhr da sein, und dann gibt es die Gänge für alle gleich. Geöffnet ist nur Do bis Sa und So mittags. Das Menü kostet 99 €, am „dolle Donderdag“, also heute, nur 85 €. Heute sieht die Speisenfolge so aus:
Amuses:
Chawandushi van garnaal met rettich, passie gel & tagaroshi olie
Ceviche rogvleugel, gele paprika, gember, limoen & koriander
Soep gerookte asperges, komijn & karnemelk, lamsoor

Voorgerecht:
Salade van wilde garnalen met radijs, gezuurde rettich, miso mayo,gefrituurde rode
peper, granaatappel & dressing van magnolia

Lauw warm tussengerecht:
Witte asperges uit Dalfsen, gestoofd met kombu, geroosterde maiskip,gerookte
eidooier, vinaigrette van rabarber & citroen, gevogelte jus, krokante huid met zwarte
peper

Warm tussengerecht:
Rogvleugel met rosti opperdoezer ronde, lamsoren, dressing sjalot, meiknol
&koffie,saus Parmezaanse kaas

Hoofdgerecht:
Geroosterde lamsrug met salsa van ingelegde walnoten & zwarte linzen,spaghetti
komkommer,knoflook-hangop, walnoten olie, crème aubergine, lams jus met kamille

Dessert:
Parfait van roze peper met tomatenjam, burrata mousse met gedroogde
tomaat, basilicumzaadjes & aardbeien in siroop van yuzu.

Friandises:
Kletskop sesam,matcha room
Bonbon melkchocolade,caramel,masala,kokos
Lolly roomkaas, rozemarijn, rabarber

Wir sind von allen Gängen ziemlich begeistert. Mit 60 Euro nicht ganz so preiswert ist die Weinbegleitung, die allerdings auch sehr passend ausgewählt ist. Nach dem Essen können wir uns noch sehr nett mit dem Chef unterhalten. Ein sehr schönes Restaurant mit toller atmosphäre und sehr jungen, motivierten Mitarbeitern.

Freitag, 5. Juni 2026
Ähnlich wie die Maastrichter Dominikanen-Buchhandlung gibt es auch in Zwolle eine sehr schöne Buchhandlung in einer ehemaligen Kirche.

Nachmittags steigen wir auf den Turm der Liebfrauenkirche, der im Volksmund wegen seiner Form „Pfefferstreuer“ genannt wir, 51 Meter, 236 Stufen. Für die Aussicht lohnt es sich jedenfalls.


Abends ziehen anderthalb Stunden lang im strömenden Regen Kinder und Eltern, die vier Tage nachmittags gewandert sind, zum Finale an unserem Boot vorbei, begleitet von neun Musikkapellen.



Samstag, 6. Juni 2026
Zwolle – Ossenzijl: 43,7 km
Fahrzeit: 5:30 h
Schleusen: 1
Brücken: 5
Betriebsstunden: 5:20 h
Hafenkosten: € 27,13

Ab 9:00 sind die Brücken in Zwolle in Betrieb und wir starten pünktlich. Es ist Samstag Morgen, auf dem Wasser sind viele Ruderer aktiv.

Wasserland!

Eine Schleuse haben wir heute und sechs Brücken müssen geöffnet werden, alles ohne Wartezeiten. Die Kalenberger Gracht zwischen Kalenberg und Ossenzijl ist laut Karte 1,40m tief, unser Boot hat 1,20m Tiefgang, vor acht Jahren haben wir uns da nicht durch getraut. Nachdem mit bei Facebook ein Dutzend Bootfahrer versichert haben, dass das kein Problem ist, fahren wir diese besonders malerische Strecke. Traumhafte Häuser mit eigenem Bootsanleger zieren die Ufer.

Wenn auf dem schmalen Kanal ein Ausflugsschiff entgegenkommt, kann es auch schon mal eng werden. Auf dem gesamten Kanal ist die Geschwindigkeit auf 6 km/h beschränkt.

Um 14:30 legen wir im Passantenhafen Ossenzijl an. Am Ufer gegenüber könnte man kostenlos liegen, aber wir brauchen Wasser und wollen duschen. Abends erleben wir im Dorf eine Art Karnevalsumzug, bestehend aus drei Wagen und ein paar Fußgängern.
Sonntag, 7. Juni 2026
Ossenzijl – Sneek: 38,5 km
Fahrzeit: 4:30 h
Schleusen: 1
Brücken: 5
Betriebsstunden: 5:20 h
Hafenkosten: € 95,85 (3 Nächte)

Wir starten um 9 Uhr. Eine Schleuse und vier Brücken, dann sind wir in Echtenerbrug und fahren über das Tjeukemeer, wo man sich genau an die Betonnungen halten muss, da es außerhalb der markierten Fahrwege sehr seicht sein kann. Unterwegs fährt ein blinder Passagier ein Stück mit.

Auch in den Außenbezirken von Sneek passieren wir noble Häuser mit Bootsanlegern.

Die voletzte Brücke in Sneek, die kaum breiter als unser Boot ist, kostet uns dann leider einen Fender, der sich ins Wasser verabschiedet hat.

Noch eine letzte Brücke, dann sind wir an unserem Ziel, dem schönen „Kolk“ am Wahrzeichen von Sneek, dem Wassertor.

Um 13:30 legen wir gegenüber mit toller Aussicht auf das Tor an.

Der freundliche Nachbar mit Hund hilft beim Festmachen.


Leckeres Abendessen im Himalayan, einem indischen Restaurant.
Montag, 8. Juni 2026
Morgens machen wir eine kleine Radtour nach Terherne. Die Fietsknoop-App bewährt sich wieder mal. Man plant die Fahrt am Handy und wird dann live problemlos von Knoten zu Knoten geführt, nur auf gut befahrbaren Radwegen. Es geht am Sneeker Meer entlang und dann mit einer Fietsfähre rüber nach Terherne.




Dienstag, 9. Juni 2026
Mit der Fiets nach Ijlst. Ijlst nennt sich die „Holzstadt der Niederlande“. Hier gibt es eine Sägemühle, die tatsächlich noch arbeitet, allerdings nur samstags besichtigt werden kann.

Ijlst war das zentrum der niederländischen Schlittschuhherstellung, wovon man sich in dem sehr informativen Holzmuseum überzeugen kann.


Der Ort ist bekannt für seine einzigartigen „Overtuinen“. Jedes Haus im Zentrum hat einen eigenen Garten am Kanal, der aber durch die Straße vom Haus getrannt ist.

Dramatische Bildstimmung am Wassertor.

Mittwoch, 10. Juni 2026
Sneek – Leeuwarden: 40,7 km
Fahrzeit: 4:20 h
Schleusen: 0
Brücken: 10
Betriebsstunden: 4:24 h
Hafenkosten: € 91,02 (3 Nächte)

Wir starten pünktlich um 9 Uhr mit der ersten Brückenöffnung. Es ist ziemlich kühl und windig geworden.

Wir fahren quer durch das Sneeker Meer, an Grou vorbei und durch viel friesische Landschaft.

Auch eine Autobahn überqueren wir.

Tolle Brückenkonstruktionen gibt es hier.

In Leeuwarden müssen nochmal vier Brücken über vielbefahrene Straßen geöffnet werden, da gibt es dann schon mal ein paar Minuten Wartezeit, was bei dem Wind ein bisschen unangenehm zum Manövrieren ist. In Leeuwarden kann man am ganzen Park „Prinsentuin“ anlegen, ca 200 Liegeplätze, größtenteils mit Stromversorgung. Wir finden einen schönen Platz an der Wiese.

Nachmittags buchen wir direkt eine kleine Rundfahrt, um die sehr schöne Innenstadt mal vom Wasser aus zu sehen. Sehr informativ mit einem Führer, der munter durch Niederländisch, Deutsch und Englisch wechselt.




Abends eine leckere Portion Kibbeling mit Patat.

Donnerstag, 11. Juni 2026
Heute erkunden wir die Stadt zu Fuß. Viele schöne Häuser gibt es hier.





Angesichts der momentanen Temperaturen decke ich mich mit Socken ein, Jutta kauft sich eine neue Hose.
Freitag, 12. Juni 2026
Morgens beschließen wir, umzuziehen. Auf der Karte ist „1“ unser bisheriger Liegeplatz, auf dem Platz „3“ findet ab heute Abend ein gigantisches Heavy-Metal-Event mit dem schönen Titel „Into the Grave“statt, deshalb ziehen wir um auf den Platz „2“.

Die Niederländer sind ja immer wieder erfinderisch und flexibel: Aus einem alten Gefängnis haben sie, wie wir das auch schon mal in Haarlem gesehen haben, ein tolles Kulturzentrum und Hostel gemacht.


Abends haben wir einen Tisch reserviert im Bistro Aragosta (14 Punkte bei Gault-Millau, BibGourmand bei Michelin). Für 60 Euro gibt es ein Vier-Gänge-Überraschungsmenü, für 40 Euro die Weinbegleitung dazu. Es gibt Tartar von Gelbschwanzmakrele und Thunfisch mit Spargeln, Zander mit Lamsooren und Bouillabaissesauce, Kalbssukade mit Steinpilzen und Trüffeln, zum Dessert marinierte Erdbeeren mit Sahne und Meringue, alles lecker.


Samstag, 13. Juni 2026
Leeuwarden – Earnewald: 22,7 km
Fahrzeit: 2:20 h
Schleusen: 0
Brücken: 5
Betriebsstunden: 2:20 h
Hafenkosten: € 55,02 (3 Nächte)

Es ist sehr windig, was das Warten vor Brücken immer sehr unangenehm macht. Aber wir haben heute Glück: Wir starten um 9 Uhr und alle vier Brücken in Leeuwarden zeigen bei Annäherung rotgrün und werden ohne Wartezeit geöffnet. Unterwegs wieder nette Dörfer und schöne Häuser.


Auch die fünfte Brücke in Warten macht ihrem Namen keine Ehre und lässt uns nicht warten.

Um 11:15 legen wir in Earnewald bei heftigem Wind in einer durch einen Poller sehr schmalen Box an.

Sonntag, 14. Juni 2026
Wir iegen hier in Earnewald im Zentrum der „Alde Feanen“, des friesischen Nationalparks. Jutta macht eine kleine Fahrradtour und fotografiert friesische Kühe.

Mittwochs und Sonntags gibt es hier eine zweistündige Rundfahrt durch den Nationalpark, die wir buchen. Das war allerdings keine gute Idee, denn die Fahrt wird mit einem 45 Meter langen Ausflugsschiff durchgeführt und nur auf breiten Gewässern, auf denen wir selbst schon gefahren sind. Danach ein sehr unterhaltsames Kaffeetrinken mit unseren netten Nachbarn Conni und Frank, die ihren festen Wohnsitz in Deutschland aufgegeben haben, nun mit ihrem Hund auf dem Boot leben und viel zu erzählen haben.

Abends gewinnt Deutschland gegen Curacao mit 7:1. Toll!
Montag, 15, Juni 2026
Mit der App Komoot haben wir eine 34km-Radtour rund um Earnewald ausgesucht, die wirklich schön zu fahren ist. Die Weite der Landschaft ist einfach grandios, es ist zwar noch kalt, aber zwischendurch kommt auch mal die Sonne heraus.




Hier kann man wirklich entspannt fietsen, das Fahrrad läuft fast von selbst, und willkommene Unterbrechung bieten auf der Tour drei Fährfahrten und ein Kaffee an der Brücke von Warten, durch die wir vorgestern noch mit dem Boot gefahren sind.
Dienstag, 16. Juni 2026
Earnewald – Lemmer: 40,9 km
Fahrzeit: 3:45 h
Schleusen: 0
Brücken: 2
Betriebsstunden: 3:45 h
Hafenkosten: € 94,00 (4 Nächte)

Wir starten um 9 Uhr. Auf der Fahrt durch die riesigen Gewässe Sneeker Meer, Kûfurd und Grutte Brekken haben wir noch mal das volle Programm friesisches Wasserland.



In Lemmer müssen wir noch durch zwei Brücken, die ohne Wartezeit geöffnet werden, an der zweiten Brücke werden 7 Euro Brückengeld fällig.


Dann finden wir direkt hinter der Brücke einen schönen Liegeplatz.

Sehr schön ist es hier, wir fühlen uns wohl in Lemmer, das Wetter ist schon viel besser und in den nächsten Tagen wird viel Sonne erwartet. Abends Kibbeling von der Bude an der Brücke.


Mittwoch, 17. Juni 2026
Lemmer ist um diese Jahreszeit überhaupt nicht überlaufen, die Liegeplätze hier in der Stadtmitte sind gut gefüllt, aber nicht überfüllt. Die Gebühren sind mit 23,50 € pro Nacht nicht zu hoch, und wir haben die Duschen, vier Supermärkte und unzählige Restaurants in Laufabstand. Auch zum kleinen Stadtstrand sind es nur ein paar hundert Meter. Nachmittags fahren wir mit den Fietsen zum Woudagemaal. Das ist eine gigantische Pumpstation, die dazu gedacht war, große Teile Frieslands, die unter dem Meeresspiegel liegen, zu entwässern, gebaut vor rund 100 Jahren und mit Dampf betrieben. Das Ganze ist inzwischen UNESCO-Welterbe und ist immer noch voll funktionsfähig, inzwischen allerdings von Kohle auf Dieselöl umgestellt. Die Hauptarbeit leistet heute ein elektrisches Pumpwerk bei Stavoren, bei bestimmten Konstellationen wird aber auch heute noch das Dampfpumpwerk Lemmer zugeschaltet.



Donnerstag, 18. Juni 2026
Wir fahren mit den Rädern nach Sloten. Dort waren wir vor 8 Jahren schon mit dem Boot auf unserer ersten Frieslandtour mit Theo und Beate. Sloten ist die kleinste Stadt der Niederlande mit 695 Einwohnern, aber Stadtrecht.




Freitag, 19. Juni 2026
Es ist ziemlich heiß geworden, wir kühlen uns ein bisschen am Stadtstrand im Ijsselmeer ab. Abends wird es sehr schwül und ab 22 Uhr gibt es ein schweres Unwetter mit Blitz, Donner und Starkregen.

Samstag, 20. Juni 2026
Lemmer – Zwartsluis: 41 km
Fahrzeit: 6:00 h
Schleusen: 4
Brücken: 3
Betriebsstunden: 5:00 h
Hafenkosten: € 24,00

Heute ist in Lemmer am ganzen Kanal entlang Flohmarkt, das reizt uns nicht so sehr, deshalb reisen wir einen Tag früher als ursprünglich geplant ab. Noch einmal mit dem Boot durchs Städtchen, die Brücke wird sofort geöffnet und die Schleuse ins Ijsselmeer ebenso.

Dann müssen wir durch eine weitere Schleuse zurück in die „Lemmervaart“, und diese Schleuse gehört nicht mehr zur Provinz Friesland, sondern zu Flevoland. Während in Friesland alle Brücken und Schleusen prompt lokal bedient werden, sind die in Flevoland fernbedient, man muss sich über eine App voranmelden und dann viel Geduld haben.


Durch die Wartezeiten brauchen wir schließlich für 41 Kilometer ganze 6 Stunden. In Zwartsluis liegen wir am Außensteg, da hat man eine schöne Aussicht auf das Zwarte Water, wird aber durch den regen Samstags-Bootsspaß ganz schön durchgeschüttelt.

Abendessen im Bistro De Blizzard, wo wir vor acht Jahren schon mal gegessen haben.


Während des Essens ringsum großer Jubel, die Niederlande schlagen Schweden 5:1! Später noch Deutschland-Elfenbeinküste 2:1.
Sonntag, 21. Juni 2026
Zwartsluis – Veessen: 36 km
Fahrzeit: 3:45 h
Schleusen: 1
Brücken: 0
Betriebsstunden: 3:40 h
Hafenkosten: € 20,55

Um 9 Uhr verlassen wir Zwartsluis, um diese Zeit sind noch keine Wassersportler unterwegs. Die Mastenbroekerbrug könnte auch Mastbrecherbrücke heißen, aber mit gelegtem Mast kann uns das nicht passieren.

Um 10:30 sind wir an der Spooldersluis, der einzigen Schleuse heute, können mit ein paar Booten sofort einfahren, sind 15 Minuten später durch und biegen nach backbord auf die Ijssel ein. Jetzt auf der Rückfahrt haben wir die Strömung gegen uns, das heißt nur noch ca 9 km/h Geschwindigkeit. Für die Übernachtung haben wir uns heute den „Kozakkenhaven“ in Veessen ausgesucht, und das war eine gute Wahl. Ein winziger Hafen und wir sind die einzigen am langen Passantensteiger.


Fürs Abendessen haben wir uns das Restaurant Amanos in Olst ausgesucht, die 10km-Fahraddtour dahin mit Fähre ist sehr schön, das Essen nach langer Wartezeit leider weniger. Abends kommt der Hafenmeister noch freundlich zur Begrüßung vorbei.
Montag, 22. Juni 2026
Veessen – Deventer: 15 km
Fahrzeit: 1:50 h
Schleusen: 0
Brücken: 0
Betriebsstunden: 1:50 h
Hafenkosten: € 60,70 (2 Nächte)

Nach dem Frühstück schwimmen wir noch ein bisschen vom Boot aus in dem schönen Hafen und erfreuen uns an der guten Dusche und um 9 Uhr geht es los. In meiner Waterkaarten-App erscheint die Meldung „Niedriger Wasserstand“ und tatsächlich zeigt mein Echolot nur noch 20 cm unter dem Kiel an. Ich muss im Hafen wenden, dann kommen wir ohne Grundberührung wieder auf die Ijssel. Heute haben wir nur eine kurze Strecke zu fahren. Die Einfahrt zum Jachthafen Deventer ist schmal und gut betonnt.

Wir bekommen einen schönen Liegeplatz A8 am ersten Steg.

Abendessen an Bord mit Hamburgern.

Dienstag, 23. Juni 2026
Wir fahren vom Jachthafen, der ein paar Kilometer außerhalb liegt, mit den Fahrrädern in die Stadt. In der IZI.Travel App, die mir schon einige Male gute Dienste geleistet hat, habe ich eine „Kuchentour“ Deventer gefunden, die wir heute machen wollen. Mit Kuchen ist hier der berühmte Deventer Honigkuchen gemeint, eine bekannte Spezialität der Stadt. Die App führt uns zu Fuß durch die Stadt zu 21 Sehenswürdigkeiten, sobald man sich einer nähert, wird automatisch eine Erklärung (auf deutsch) gestartet. Das Ganze ist eine perfekte Stadtführung, kostenlos und in persönlichem Tempo, auch problemlos für einen Kaffee zu unterbrechen.






Abends lecker Essen im Hafenrestaurant „Windkracht 7“. Es wird von Tag zu Tag heißer, die Wetterprognosen sagen für die nächsten Tage Temperaturen bis an die 40 Grad voraus. Wir beschließen deshalb, die geplanten Aufenthalte der nächsten Tage in den Städten Zutphen und Doesburg zu streichen und stattdessen drei Tage in Rhederlaag zu verbringen, einem großen Seengebiet mit viel Wasser zum Schwimmen und Abkühlen.
Mittwoch, 24. Juni 2026
Deventer – Rhederlaag: 49 km
Fahrzeit: 6:05 h
Schleusen: 0
Brücken: 0
Betriebsstunden: 6:05 h
Hafenkosten: € 114,40 (4 Nächte)

Angesichts der zu erwartenden Temperaturen starten wir heute schon um 6:45. Gegen die kräftige Strömung der Ijssel schaffen wir nur 8 km/h, brauchen also für die 49 Kilometer 6 Stunden. Im Seengebiet Rhederlaag findet man nicht nur vier Jachthäfen, riesige Campingplätze und Ferienhaussiedlungen, sondern es wird immer noch in großem Umfang Kies und Sand abgebaggert. Wir haben uns für den Hafen „De Mars“ am hinteren Ende entschieden und fahren ohne Voranmeldung auf den äußeren Passantensteiger durch eine Engstelle, an der wir nur 50 cm Wasser unterm Kiel haben.

Hier können wir vom Boot aus jederzeit im wunderbar klaren Wasser schwimmen, beobachten aber mit etwas Sorge den langsam fallenden Wasserstand der Ijssel. Verschiedenste Methoden zum Sonnenschutz werden angewandt.


Selbst zum Radfahren ist es zu heiß, wir schaffen es nur, morgens mit der Fähre nach Rheden zum Einkaufen zu fahren.

Freitag und Samstag ist der Höhepunkt der Hitzeperiode, im Boot ist es keum auszuhalten.




In der Nacht von Samstag auf Sonntag weckt uns dann um 3 Uhr ein heftiges Gewitter mit Starkregen, zum Glück hatten wir am Abend schon alles auf das zu erwartende Unwetter vorbereitet.
Sonntag, 28. Juni 2026
Rhederlaag – Plasmolen: 67 km
Fahrzeit: 8:00 h
Schleusen: 1
Brücken: 0
Betriebsstunden: 7:12 h
Hafenkosten: € 246,70 (6 Nächte)

Das Gewitter hat nicht sehr viel Abkühlung gebracht, es ist immer noch sehr warm. Wir starten um 7 Uhr. Seit unserer Ankunft vor vier Tagen ist der Wasserstand der Ijssel (und damit des verbundenen Rhederlaag) um ungefähr 20 Zentimeter gefallen, wir kommen also noch problemlos wieder aus unserem Liegeplatz heraus. Mit 7,5 km/h gegen die Strömung der Ijssel haben wir Zeit, in Ruhe die Tiere am Ufer zu betrachten.


An den Ufersteinen, die normalerweise meistens unter Wasser liegen, kann man gut das derzeitige Niedrigwasser erkennen. Trotzdem sind auch große Schiffe noch unterwegs.

Um 9:15 erreichen wir den Pannerdens Kanal, der breiter ist und weniger Strömung hat. Ab jetzt gehen wieder 9 km/h. Eine Stunde noch, dann geht es scharf nach Steuerbord auf den Waal.

Trotz Sonntag ist wieder viel Verkehr auf dem Fluss, wir werden ordentlich durchgeschaukelt, kommen aber mit 15-17 km/h zügig vorwärts. An der Höhenskala der Waalbrücke sieht man, wie tief der Wasserstand zurzeit ist.

Bei dem futuristischen Gebäude der Sektorkontrolle Nijmegen biegen wir nach Backbord zur Schleuse Weurth ab.

Seit Mai ist die zweite Schleusenkammer von Weurth wegen Niedrigwasser außer Betrieb, das führt zu langen Wartezeiten. Mit zwei Berufsschiffen warten wir eine Stunde auf die nächste Schleusung. Die dauert dann noch mal 30 Minuten für 3 Meter Hub.

Um 15 Uhr sind wir dann endlich in Plasmolen und legen an unserem Stammplatz am Steiger C an.

Das Wetter ist jetzt sehr angenehm geworden, die Hitzewelle ist vorbei und wir verbringen schöne Tage im Jachthafen Eldorado Plasmolen. Wir sind im Moment das einzige Boot am langen Gästesteiger C, haben die schöne Aussicht auf den See und gehen häufig schwimmen. Auf dem Weg nach Cuijk ist das für die Störche aufgebaute Nest wieder voll besetzt mit Eltern und zwei jungen.


Beim Besuch in Kleve zeigt uns mein Bruder sein neuestes Werk.



Am Freitag gehe ich nochmal meinen alten Schulweg, denn meine Klasse ist zum 60-jährigen Abiturjubiläum an unserer Schule eingeladen.


Sonntag, 5. Juli 2026
Plasmolen – Leukermeer: 32 km
Fahrzeit: 3:20 h
Schleusen: 1
Brücken: 0
Betriebsstunden: 3:00 h
Hafenkosten: € 28,00

Nach sieben Tagen in Plasmolen wird es nun langsam Zeit, uns Richtung Heimathafen zu bewegen. Heute nur eine kurze Etappe, 30 Kilometer mit nur einer Schleuse. Im Leukermeer sind ein paar Plätze frei und es ist im Gegensatz zu früheren Jahren sehr ruhig. Am späten Nachmittag fahren wir mit den Rädern zur „Brasserie in de Sluis“, wo man schön sitzen, trinken und essen kann, allerdings inzwischen auch ziemlich teuer (Currywurst mit Fritten 18 €).


Montag, 6. Juli 2026
Leukermeer – Venlo: 25 km
Fahrzeit: 2:20 h
Schleusen: 0
Brücken: 0
Betriebsstunden: 2:20 h
Hafenkosten: € 22,10

Heute die ganz kurze Etappe, 25 Kilometer ohne Schleuse. Wir dürfen nicht am langen Passantensteiger festmachen, aber in der geräumigen Box geht es auch ganz gut.

Vom Hafen aus sieht man immer die große Containerschiffe im benschbarten Industriehafen anlegen.

Wir vertreiben uns die Zeit, indem wir nachmittags den schon lange geplanten Ölwechsel machen, eine ziemlich schmutzige Angelegenheit und bei den momentanen Temperaturen auch ein bisschen schweißtreibend. Danach können wir uns aber wieder im Hafenbecken abkühlen.
Dienstag, 7. Juli 2026
Venlo – Maasbracht: 37 km
Fahrzeit: 4:30 h
Schleusen: 2
Brücken: 0
Betriebsstunden: 4:20 h
Hafenkosten: € 28,00

Wegen der Hitze legen wir wieder um 8 Uhr ab, da ist die Temperatur noch angenehm. Von der Hafenausfahrt ab fahren wir hinter der „Cotrans 7“, die genau mit unserer Standardgeschwindigkeit unterwegs ist. Das hat den Vorteil dass wir mit dem Frachtschiff gemerinsam an den Schleusen ankommen und sofort einfahren können.


Durch die Schleuse Belfeld kommen wir von 9 Uhr bis 9;20 Uhr glatt durch, in der Schleuse Heel gibt es dann eine Verzögerung. Als wir oben sind, teilt der Schleusenmeister über Funk mit, dass er das obere Tor nicht öffnen kann, weil ein Gegenstand im Wasser vor dem Tor liegt. Der Schiffsführer der Cotrans 7 erklärt sich bereit, auszusteigen und es gelingt ihm tatsächlich, mit einer langen Stange das Hindernis zu beseitigen.


Um 12:30 sind wir in Maasbracht und können in der letzten freien Box anlegen. Der gesamte lange Steg ist mit Flatterband abgesperrt, allerdings kommt hier bis zum nächsten Tag niemand an. Um 15 Uhr treffen wir uns wieder mit unseren alten Bootsfreunden Theo und Beate, die ihr Boot inzwischen in Wessem liegen haben, zum Eisessen.
Mittwoch, 8. Juli 2026
Maasbracht – Maastricht: 40 km
Fahrzeit: 5:15 h
Schleusen: 2
Brücken: 0
Betriebsstunden: 4:30 h

Wir fahren um 8 Uhr wie jedes Jahr bei Tullemans tanken. Der Sprit kostet inzwischen nur noch 1,91 €, 426 Liter für 815 €. Wie ich allerdings erst bei Durchsicht unserer Fotos feststelle, verkauft Tullemans nicht mehr wie früher B0-Diesel (ohne Bioanteil), sondern normalen B7-Diesel (mit bis zu 7% Bioanteil). Das heißt ich muss vor dem Winter noch ein Biozid gegen Dieselpest beimischen. Schade!

In die Schleuse Maabracht können wir hinter der „Jill F“, einem Schubschiff mit Sand, einfahren und die Schleusung ist dank Schwimmpoller problemlos in 30 Minuten erledigt. Jetzt nur noch unsere Problemschleuse Born. Die Jill F ist vor der Schleuse in einen Sandabbausee gefahren, hat den Leichter gewechselt und kommt jetzt wieder Richtung Schleuse heraus. Der Schleusenmeister fordert uns über Funk auf, vor dem Frachtschiff in die Schleuse ganz durchzufahren. Das lehne ich ab, denn damit haben wir vor zwei Jahren ganz üble Erfahrungen mit einem defekten Schwimmpoller im Strudel vor dem Schleusentor gemacht. Da die Jill F in Maasbracht sehr behutsam angelegt hat, fahre ich hinter dem Schiff in die Schleuse ein, bevor sie komplett festgemacht hat. Ein Fehler! Plötzlich gibt die Jill F Vollgas an der Schraube, um das Schiff an die Wand zu bringen und das wirbelt uns komplett durcheinander, bevor wir eine Leine an einen Poller bringen können. Mit Bug-, Heckstrahl und Schraube versuche ich das Boot irgendwie von den Schleusenwänden fernzuhalten, zeitweise liegen wir fast quer in der Schleuse, schließlich gelingt es uns doch noch, das Boot an den zwei Schwimmpollern festzumachen. Dann läuft alles wieder ohne Probleme. Also: Immer schön mit der Einfahrt warten, bis die Berufsfahrt definitiv die Trossen festgemacht hat!

Zum letzten Mal den Mast legen vor der Servatiusbrücke.

Um 13:15 biegen wir in die Hafeneinfahrt der Maastricht Marina ein.

Ein bisschen Statistik
843 Kilometer sind wir in diesem Urlaub gefahren.
45 Tage waren wir unterwegs.
21 Schleusen haben wir passiert.
35 Brücken wurden für uns geöffnet
6,0 Liter Diesel haben wir pro Stunde verbraucht, gesamt 450 Liter für 859 Euro.
1210,15 € haben wir an Hafengebühren bezahlt.