Sommer 2024: Amsterdam

Montag, 6. Mai 2024

Maastricht-Wessem: 44 km
Fahrzeit: 5:00 h
Schleusen: 2
Betriebsstunden: 5:00 h
Hafenkosten: 0 €

Wir haben beschlossen, bei unserer diesjährigen Bootstour unsere eBikes mitzunehmen. Da wir nach der Hochwasserkatastrophe 2021 unser Auto vorsichtshalber nicht mehr während des Urlaubs auf dem Marina-Parkplatz stehen lassen, sind wir gestern nach Vaals zurückgefahren und sind dann mit den eBikes zum Hafen gefahren. Mit Elektrounterstützung sind die knapp 30 km wirklich leicht zu fahren. Wir starten um 8:50 bei 16 Grad, leichter Bewölkung und etwas Regen. Um 11 Uhr sind wir im Julianakanal an der Baustelle, wo vor einiger Zeit die halbseitige Baugrube vollgelaufen ist. Seitdem herrscht hier Einbahnverkehr, geregelt von einem kleinen Boot mit dem Namen „Sprinter“. Da sie gerade einem Berufsschiff aus der Schleuse Born die Durchfahrt freigegeben haben, müssen wir warten. Auf der ganzen ca 3 km langen Strecke ist die Geschwindigkeit auf 6 km/h begrenzt, und so dauert es eine Weile, bis wir mit drei anderen Booten Richtung Born fahren können.

Um 11:40 sind wir bei der Schleuse Born und können sofort in die Steuerbordkammer einfahren, wo wir am letzten Tag der Tour 2023 großen Stress mit einem defekten Poller hatten. Der Poller Nr 20 ist inzwischen noch nicht repariert, aber jetzt warnt dort immerhin eine rote Fahne.

Wir stellen unterwegs dann fest, dass bei den großen Maasschleusen inzwischen zahlreiche Schwimmpoller defekt sind, da steht wohl irgendwann mal eine Grundsanierung an. Ansonsten geht das Schleusen heute ganz flott, um 11:55 sind wir in Born durch, 13:00 Ankunft bei der Schleuse Maasbracht und 13:20 Ausfahrt. Da wir vor der Tour das Boot noch einmal auskranen und abspritzen lassen wollen, fahren wir direkt durch zu van Kuyk in Wessem. Ein merkwürdiger Hafen, sehr groß und mit einer Unzahl von schrottreifen Booten belegt.

Dienstag, 7. Mai 2024

Wessem-Venlo: 35 km
Fahrzeit: 3:25 h
Schleusen: 2
Betriebsstunden: 3:00 h
Hafenkosten: 12 €

Wir haben mit van Kuyk ausgemacht, dass wir um 9:30 beim Kran liegen und dann ausgekrant werden. Leider wird es 10:50, bis es soweit ist. Die Wartezeit verbringen wir im netten Gespräch mit zwei älteren Niederländern, die darauf warten, nach uns ihr Segelbötchen zu Wasser zu lassen. Dann befreit der Chef unser Boot von Bewuchs und Muscheln, und um 11:50 können wir schließlich starten.

Das Schleusen klappt heute reibungslos, sowohl in Heel wie auch in Belfeld können wir schnell einfahren und werden alleine geschleust. Um 15:10 sind wir in Venlo. Der Stadthafen ist mit drei Booten so leer wie wir ihn noch nie gesehen haben und wir können vor der Brücke an einem der drei Stege für längere Boote anlegen.

Um 17:30 ist die Stadt ziemlich leer, die deutschen Einkäufer sind weg, und wir gehen zu „Beej Benders“, ein Pflichtbesuch immer wenn wir in Venlo sind. „Beej Benders“ ist ein Delikatessen-Supermarkt, wie es in Aachen und Umgebung keinen gibt, mit einer riesigen Auswahl an tollen Lebensmitteln. Wir kaufen ein bisschen fürs Boot ein und setzen uns dann noch in das angeschlossene Restaurant. Das „Zwarte Kip“, das ich schon kenne, ist wieder super zart und raffiniert asiatisch gewürzt, eine Art dunkles Hühnerragout.

Zurück auf dem Boot können wir tatsächlich noch in der Abendsonne auf dem Achterdeck sitzen und den Kanu-Wasserballern beim Sport zusehen.

Mittwoch, 8. Mai 2024

Venlo – Leukermeer: 32,5 km
Fahrzeit: 2:35 h
Schleusen: 0
Betriebsstunden: 2:35 h
Hafenkosten: 25 €

Bei strahlender Sonne, aber kühlen 13 Grad legen wir ab. Die Fahrt von Venlo nach Leukermeer ist kurz und ohne Schleusen. Die bisherige Zufahrt zum Leukermeer ist seit einiger Zeit gesperrt, weil dort riesige Hochwasserausgleichsbecken angelegt worden sind, und so müssen wir 3 Kilometer weiter nördlich einfahren und durch mit kleinen Bojen markiertes Fahrwasser zwischen Sandbänken zum Hafen fahren (auf der Karte noch nicht eingezeichnet).

Im Hafen ist noch viel Platz und so bekommen wir einen schönen Liegeplatz mit Aussicht auf den See.

Nachmittags laden wir die Räder ab, die doch um einiges schwerer sind als unsere bisherigen, aber der Spaß bei der Fahrt ist dafür umso größer. Wir machen eine Tour durch die Maasdünen rund um das Reindersmeer, immer wieder schön.

Kleines Abendessen in der Bosbrasseie in de Sluis, Pannekoeken met Geitekaas und Currywurst met Friet, lecker!

Donnerstag, 9. Mai 2024

Leukermeer – Plasmolen: 31,7 km
Fahrzeit: 2:55 h
Schleusen: 1
Betriebsstunden: 3:10
Hafenkosten: 62 € (2 Nächte)

Um sieben Uhr ist es draußen noch ziemlich kühl (11 Grad), aber schon um 8:30 können wir bei 16 Grad auf dem Achterdeck in der Sonne frühstücken.

Heute stellen wir einen neuen Geschwindigkeitsrekord für die Strecke Leukermeer-Plasmolen auf: 2:55 Minuten. Die Maas hat mehr Strömung als im Sommer, deshalb fahren wir bei unserer gewohnten Drehzahl von 1800/min 13,5 km/h statt 11,5 km/h, und in der Schleuse Sambeek können wir durch das offene Tor einfahren und werden sofort geschleust. Um 12:15 legen wir in Plasmolen am Gästesteiger an, wo wir seit 12 Jahren immer wieder gelegen haben. Das Wetter ist toll, 23 Grad am Nachmittag. Der Rest des Tages vergeht mit Chillen und Lesen, zum Abendessen Spargel, die wir bei Benders gekauft haben.

Am Freitag probiert Jutta mal zu joggen und bringt Brötchen fürs Frühstück mit. Nach dem Frühstück gehen wir tatsächlich kurz schwimmen, ist aber bei 18 Grad eine Herausforderung. Danach mit den Fahrrädern zur Maas und mit der Fähre nach Cuijk. Der tolle Küchenladen „Via Cannella“, in dem wir in den letzten Jahren immer mal wieder was Schönes gefunden haben, hat leider zugemacht. Am Nachmittag holt uns mein Bruder mit dem Auto nach Kleve ab. Zum Kaffee gibt es meine geliebte Grillage-Torte, die es leider nur am Niederrhein und nicht in Aachen gibt.

Eigentlich wollten wir am Sonntag von Nijmegen aus 20 km Waal aufwärts fahren, aber die Waal/der Rhein hat im Moment so viel Strömung, dass uns das nicht so verlockend erscheint. Die großen Berufsschiffe schleichen mit 7-8 km/h gegen die Strömung, da würden die 20 km für uns sehr lang werden. Kurz entschlossen disponieren wir um und verschieben die Ijssel auf ein anderes Jahr und beschließen stattdessen einen anderen lange gehegten Plan zu realisieren und die Vecht und Utrecht zu besuchen.

Samstag, 11. Mai 2024

Plasmolen – Culemborg: 67 km
Fahrzeit: 5:45 h
Schleusen: 2
Betriebsstunden: 5:30
Hafenkosten: 25 €

Da wir heute eine ziemlich lange Strecke haben, starten wir um 7:45 und frühstücken abwechselnd während der ersten paar Kilometer. Um 9:15 sind wir an der Schleuse Weurth und bekommen die Mitteilung, dass wir gleich einfahren könne. Die Ampel geht auf Rotgrün, dann teilt der Schleusenmeister uns über Funk mit, dass sie eine Störung am Schleusentor haben, der Monteur aber unterwegs ist.

Wir ahnen schon Böses, aber 10 Minuten später geht das Tor dann doch auf und wir können einfahren. Um 9:45 sind wir raus und melden uns über Funk beim Verkehrsposten Sector Nijmegen an. Immer wieder toll, wie freundlich und hilfsbereit die Menschen in diesem futuristischen Gebäude sind. Wir teilen unser Ziel mit und er erläutert uns die Verkehrssituation, empfiehlt uns einen Zeitpunkt für das Ausfahren auf die Waal und wünscht uns noch eine gute Reise, und das alles auf deutsch.

Auf der Waal sind wir mit der Strömung sehr schnell, 17-18 km/h und der Verkehr ist trotz Samstag recht heftig.

In der Prins-Bernhard-Schleuse liegen schon zwei große Frachtschiffe und der Schleusenmeister bittet sie, bis vorne durchzuziehen damit wir noch dahinter passen. Nett!

Dan geht es auf dem Amsterdam-Rhein-Kanal, der heute wieder ziemlich ruhig ist, bis zur großen Kreuzung mit dem Lek, wo wir nach Backbord abbiegen und mit 15 km/h Lek abwärts bis Culemborg fahren. Vorsichtshalber habe ich uns gestern beim Hafenmeister angemeldet, und das ist auch gut so, denn der Hafen hat nur eine relativ kurze Passantenkade, und die ist kurz nach uns schon wieder voll.

In Culemborg waren wir 2021 schon einmal, ein nettes kleines Städtchen.

Abendstimmung im Hafen Culemborg.

Sonntag, 12. Mai 2024

Culemborg – Oud Zuylen: 27 km
Fahrzeit: 4:05 h
Schleusen: 2
Betriebsstunden: 3:00
Hafenkosten: 16,43 €

Start um 8:55, 6 Kilometer Lek abwärts, flott alleine durch die Hagestein-Schleuse, dann rechts ab in den Lek-Kanal, in 30 Minuten durch die Prinses-Beatrix-Schleuse und um 10:50 mündet der Lek-Kanal wieder in den Amsterdam-Rheinkanal. Um 11:50 sind wir an dem neuralgischen Punkt der heutigen Etappe angekommen, wo es bei Maarssen eine Verbindung vom Amsterdam-Rheinkanal in die Vecht gibt. Leider führt über diese Verbindung eine Straßenbrücke, die mit 3,75m Höhe angegeben ist, und das ist genau die Höhe unseres Bootes mit gelegtem Mast, das könnte also knapp werden. Wir biegen nach Steuerbord ab, werden von den Wellen des Kanals ziemlich durchgeschaukelt und kommen ohne Berührung mit ein paar Zentimetern Spiel durch. An der Decke der Durchfahrt zeugen allerdings zahlreiche Schleifspuren von weniger guten Passagen.

Dann der totale Wechsel vom Großschifffahrtskanal auf die beschauliche kleine Vecht.

Um 13 Uhr legen wir in dem Utrechter Vorort Oud Zuylen am Ufer an. An der Vecht gibt es zahlreiche Anlegestellen, an denen man bis zu 3 Tage für kleines Geld anlegen kann, man fühlt sich ein bisschen wie auf den Kanälen im Burgund.

Nachmittags besuchen wir Schloss Zuylen, das direkt neben unserem Boot liegt, mit wunderschönem Garten und Picknick auf der Wiese bei Klassischer Musik.

Mit einem kleinen Abendessen und einem Glas Wein auf dem Achterdeck klingt der Tag aus.

Montag, 13. Mai 2024

Oud Zuylen – Utrecht: 4,6 km
Fahrzeit: 1:50 h
Schleusen: 1
Betriebsstunden: 1:00
Hafenkosten: 92,70 € (3 Nächte)

Wir fahren morgens mit der Fiets nach Utrecht, um uns mal den Passantenhafen anzusehen. Der ist leider mit Dalben, zwischen denen man anlegen muss ohne Seitenstege. Einen längeren Platz zum längs Anlegen gibt es aber und so beschließen wir, das Boot zu holen.

Um 11:40 fahren wir los, auf der Vecht ist das Limit 6 km/h, aber wir haben ja Zeit und genießen die Landschaft. Drei bewegliche Brücken passieren wir, die werden auf der Vecht alle zentral gesteuert und erfassen per Video, wenn sich ein Boot nähert. Zwei feste Brücken haben laut Karte 4m Höhe, und das sieht ziemlich knapp aus.

Entlang der Vecht bescheidene Reihenhäuser mit eigenem Bootsanleger.

Vor dem Passantenhafen ist dann noch eine Schleuse zu passieren, und als wir durch sind, sehen wir, dass inzwischen leider ein anderes Boot den Längsplatz belegt hat. Wir legen also notgedrungen zwischen den Dalben an, aber mit unserer Bordleiter können wir ganz gut über den Bug ein- und aussteigen.

Meinen Geburtstag feiern wir dann abends in The Seafoodbar.

Auf dem Rückweg fasziniert uns die riesige Bandbreite der Stadt von der eleganten Shopping Mall „Hoog Catharijne“ bis zu den lauschigen Grachten.

Dienstag, 14. Mai 2024

Für heute haben wir uns vorgenommen, das „Rietveld-Schröder-Haus“ zu besichtigen, das Truus Schröder für sich und ihre drei Kinder vor 100 Jahren mit dem Utrechter Möbelschreiner Gerrit Rietveld entworfen und gebaut hat. Das Haus ist ein unglaublich konsequent in „De Stijl“ ausgeführtes Objekt, das inzwischen UNESCO-Weltkulturerbe ist. Das gesamte Haus mit allen Möbeln ist im Originalzustand erhalten, man kann es besichtigen und es lohnt sich wirklich.

Beim Warten auf den Bus werfen wir noch einen Blick in das ehemalige Hauptpostamt und heutige Bibliotheksgebäude.

Abends im Brauhaus „Oudaen“ Poke-Bowl und leckeres Dubbel aus eigener Brauerei.

Mittwoch, 15. Mai 2024

Morgens Centraal-Museum mit Photorealismus-Ausstellung und dem festen Bestand an niederländischen alten Meistern. Die Grachten sind hier gesäumt von ehemaligen Lagern mit vorgelagerter Terrasse, die heute auf unterschiedlichste Weise genutzt werden oft auch durch Restaurants.

Toll, dass es hier noch viele Gassen mit unterschiedlichsten kleinen Läden gibt.

Donnerstag, 16. Mai 2024

Utrecht – Maarssen: 8,9 km
Fahrzeit: 1:50 h
Schleusen: 1
Betriebsstunden: 1:50
Hafenkosten: 33,00 € (2 Nächte)

Heute verlassen wir das schöne Utrecht, das uns als Stadt sehr gut gefallen hat. Um 9:20 öffnet sich die Schleuse zur Vecht.

Wir fahren mit einem anderen Boot im Konvoi Richtung Maarssen, für die 9 Kilometer bis Maarssen brauchen wir knapp 2 Stunden, auf der Vecht sind nur 6 km/h erlaubt und etliche Hebebrücken müssen geöffnet werden. Das funktioniert allerding perfekt, länger als wenige Minuten müssen wir nie auf die Öffnung warten.

Um 11:10 sind wir in Maarssen und legen am Ortsende am Vechtufer an. Wir ins wieder mal begeistert, wie wunderschön es hier ist.

Maarssen ist ein kleines, aber seit jeher durch die Nähe zu Utrecht und Amsterdam wohlhabendes Städtchen.

Abends spricht uns ein Mann vom Ufer aus auf englisch an und erkundigt sich nach unserem Boot. Es stellt sich heraus, dass er den gleichen Bootstyp hat, einen Combikotter 1300. Bei einem Glas Wein auf dem Achterdeck entwickelt sich eine nette Unterhaltung mit Duncan. Er ist mit seinem Boot gerade von Straßburg aus den Rhein abwärts gefahren und hat sein Boot nun bei „De Valk Yachting“ hier in der Nähe zum Verkauf abgegeben, was ihm nicht leichtfällt, wie er sagt. Aber da seine Frau Gleichgewichtsprobleme hat, wird er das Bootfahren aufgeben.

Freitag, 17. Mai 2024

Nach dem Frühstück heben wir die Räder vom Boot und machen eine kleine Tour in die Umgebung Mit dem niederländischen Fietsknoop-System klappt das wunderbar einfach.

Die Gegend hier strahlt einen unglaublichen Wohlstand aus. Villen aller Stile und Größen säumen die Straßen und Kanäle, in den Vorgärten werkeln Rasenmähroboter und am hauseigenen Anleger liegt das Motorboot. Bei De Valk in Loosdrecht unterschreibt unser australische Freund Duncan gerade den Verkaufsauftrag und zeigt uns noch kurz seinen Combikotter.

Bei einem kleinen Rundgang durch die Verkaufshalle sammeln wir noch ein paar Inspirationen für unseren nächsten Bootskauf.

Samstag, 18. Mai 2024

Maarssen – Nederhorst den Berg: 16 km
Fahrzeit: 2:35 h
Schleusen: 0
Betriebsstunden: 2:35
Hafenkosten: 0 €

Wir brechen um 8:45 von unserem schönen Liegeplatz in Maarssen auf. Die heutige Strecke ist nur 16 Kilometer lang, aber mit Sicherheit der schönste Abschnitt dieser wunderbaren Vecht. Nirgends in den Niederlanden gibt es eine größere Anzahl luxuriöser Landhäuser in dieser Dichte versammelt.

Alle Brücken werden bei Annäherung umgehend geöffnet, das Fahren auf der Vecht macht wirklich Spaß.

Wir fahren heute bis kurz vor der Verbindung zum Amsterdam-Rhein-Kanal in Nigtevecht, von wo aus wir morgen nach Amsterdam weiter wollen. Ein sehr langer, kostenloser und auch beliebter Anlegeplatz.

Die Sonne scheint und Jutta lässt es sich natürlich nicht nehmen, eine Runde im immer noch ziemlich kühlen Wasser zu schwimmen.

Sonntag, 19. Mai 2024

Nederhorst den Berg – Amsterdam: 23,5 km
Fahrzeit: 2:20 h
Schleusen: 0
Betriebsstunden: 2:20
Hafenkosten: 156 € (4 Nächte)

Wir starten um 11:10 von unserem letzten Liegeplatz an der Vecht. An der Verbindung zum Amsterdam-Rhein-Kanal öffnet sich noch einmal eine Zugbrücke und dann geht es auf den 100 – 120 Meter breiten Kanal.

Der ARK ist eine der meistbefahrenen Binnenwasserstraßen der Welt und ist wegen der starken Wellenreflektionen an de Spundwänden bei Freizeitschiffern mit kleineren Booten gefürchtet. Heute am Sonntag ist relativ wenig Verkehr, das permanente Schaukeln nervt trotzdem ein wenig. Die Schweizer Flusskreuzfahrtschiffe trifft man inzwischen auf allen niederländischen Flüssen, unter den 9,50 hohen Brücken auf dem ARK passen sie knapp durch.

Um 13:30 erreichen wir unser Ziel, die Amsterdam Marina und legen auf dem Platz L13 an.

Montag, 20. Mai 2024

Von der idyllischen ruhigen Vecht ins brodelnde Amsterdam ist schon ein kleiner Kuturschock. Dafür sind die Duschen im Hafen Spitzenklasse, geräumig, kostenlos und Temperatur und Druck selbst regelbar. Am Pfingstmontag bummeln wir ein bisschen durch die Stadt trinken einen Kaffee dort, wo wir vor fünf Jahren vier Tage gewohnt haben. 10 Laufminuten vom Hafen entfernt ist der Anleger der Fähre, mit der man kostenlos alle 15 Minuten zum Hauptbahnhof fahren kann. Die Gegend um den Hafen herum ist seit Jahren eine Großbaustelle. Bis in die 70er Jahre war hier eine große Werft, die NDSM, deren riesige Hallen heute für alternative Kultur genutzt werden.

In dem futuristischen Gebäude sind das Hafenbüro, die Sanitäranlagen und das Restaurant „Loetje“ untergebracht, in dem wir heute Abend lecker essen.

Dienstag, 21. Mai 2024

Neben dem Hafen ist eine Werft, in der zurzeit das Ozeanographische Forschungsschiff „Joides Resolution liegt, das Bohrungen im Boden des Ozeans durchführt. Leider sind die arbeiten heute so laut, dass man es an Deck nicht aushält.

Vormittags machen wir einen kleinen Spaziergang durch das Jordaan-Viertel, ein inzwischen sehr angesagtes ehemaliges Arbeiterviertel. Mit der App „Izi-Travel“ bekommt man kostenlos Führungen mit Audiokommentar, die haben wir auch in Wien gerne benutzt.

Nachmittags fahren wir mit den Rädern zum Sixhafen, von dem viele so schwärmen, und schauen uns den mal näher an. Im Moment ist er wegen Baumaßnahmen nicht mit dem Boot erreichbar.

Mittwoch, 22. Mai 2024

Wir haben für 9 Uhr Tickets für das Rijksmuseum gebucht, stehen um 7 Uhr auf und fahren nach dem Frühstück mit Fähre und U-Bahn zum Museum. Um halb neun stehen wir vor der Tür und dürfen in kurzer Zeit die Spitze einer langen Schlange bilden. Im Rijksmuseum läuft zurzeit eine große Frans-Hals-Ausstellung, daneben gibt es natürlich noch die ständige Sammlung mit dem Highlight Rembrandts Nachtwache.