Sommer 2020: Katwijk aan Zee

Dienstag, 30. Juni 2020

Um 8:50 Uhr legen wir in der Marina Maastricht ab, herzlich verabschiedet von unseren Nachbarn Monique und Jos. An der Servaasbrug legen wir zum ersten Mal im praktischen Einsatz unseren Mast mit dem in den letzten zwei Wochen neu installierten elektrischen Linearantrieb und das funktioniert natürlich ohne Probleme. Im Julianakanal kaum Freizeitboote, aber viel Berufsfahrt.

Um 11:10 sind wir an der Schleuse Born, können nach kurzer Wartezeit um 11:30 mit drei Berufsschiffen einfahren und sind nach zwanzig Minuten 12 Meter tiefer schon wieder draußen.

Wunderbar, dass wir uns während der Fahrt dank unseres Inverters mit frisch gebrühtem Espresso stärken können.

Die Brücke, über die wir von 2012 bis 2016 so oft zu unserem alten Hafen Ohé en Laak gefahren sind:

In der Schleuse Maasbracht haben wir auch nur ganz kurze Wartezeit, dann gehen beide Kammern runter, rechts mit großem Containerschiff.

Bei der Ausfahrt gibt die „Lucienne D“, ein 85m-Frachtschiff, das vor uns liegt, rücksichtslos Vollgas und wirbelt mit ihrem Schraubenwasser die Schleuse so durch, dass wir uns nur mit Mühe an der Wand halten können.Das muss nicht sein!
Um 13:40 legen wir in Maasbracht an, dank heftigem Seitenwind mit einem kleinen Kratzer am Rumpf. Ansonsten ist der Hafen heute ziemlich leer. Abendessen griechisch im El Greco, direkt am Hafen.

Maastricht-Maasbracht: 40km
Fahrzeit: 4:50 h
Betriebsstunden: 4:12 h / 92,0
Hafenkosten: 21,50 €

Mittwoch, 1. Juli 2020

Die ganze Nacht hat es geregnet. Gut für die Natur, im Urlaub weniger erwünscht.

Um 9:45 hat es dann aber fast aufgehört, und wir fahren rüber zur Schleuse, um bei Tullemanns Oliehandel wie immer vor der Fahrt nochmal vollzutanken. 1,07 € kostet der Liter Diesel, und nach dem Winter brauchen wir nur 145 Liter, um den 720-Liter-Tank wieder zu füllen.

Um 10:00 Uhr geht es dann los, um 10:20 sind wir an der Schleuse Heel, nach kurzer Wartezeit öffnet sich das Tor, wir können einfahren und werden dann ganz alleine geschleust.

Die Strecke maasabwärts kennen wir ja schon seit acht Jahren mit unseren Booten, die bietet also nichts Neues, ist aber zum entspannten Start in den Urlaub immer schön. Bei den seilgebundenen Fähren, die den Fluss kreuzen, muss man natürlich aufpassen, denn die haben immer Vorfahrt und warten nur auf Berufsschiffe, nicht auf Freizeitboote.

Heute bläst der Wind wieder recht kräftig mit 4-5 Beaufort, das ist beim Anlegen und in der Schleuse recht unangenehm. Von 12:50 bis 13:25 liegen wir in der Schleuse Belfeld, die erste Schleuse auf unserem Weg ohne Schwimmpoller, so dass man die Leine umstecken muss, was bei kräftigem Wind auch trickreich sein kann. Danach ist es nur noch eine knappe Stunde bis Venlo, wo wir am Steg H2 anlegen.

Nach dem Anmelden noch ein kräftiger Regenschauer, dann Wechsel zwischen Sonne und Wolken. Im WSV-Hafen Venlo liegen wir immer wieder gern, sehr gut organisiert, freundliche Hafenmeister und ein schönes Restaurant mit toller Aussicht über den ganzen Hafen, in dem wir auch heute Abend essen.

Zum Abschluss gibt’s noch einen fabelhaften Sonnenuntergang und Jutta ist wieder mal fasziniert von der Containerlogistik.

Maasbracht-Venlo: 37,6 km
Fahrzeit: 4:35 h
Betriebsstunden: 4:12 h / 96,2
Hafenkosten: 15,50 €

Donnerstag, 2. Juli 2020

Um 9:10 legen wir in Venlo ab, bei wenig Wind, Sonne mit Wolken und 19 Grad. Heute haben wir eine entspannte Strecke von nur 25 Kilometern ohne Schleusen. Um 11:30 biegen wir von der Maas in die Einfahrt zum Leukermeer ab und fahren durch die Brücke in den Hafen ‚t Leuken ein.

Im Hafen sind viele freie Plätze, bisher haben sich die Befürchtungen jedenfalls nicht erfüllt, dass wegen Corona die Häfen überfüllt sein würden durch Urlauber, die vom Flugurlaub auf Bootsurlaub umgestiegen sind. Leukermeer in diesem Jahr: Was für ein Kontrast zu den letzten Jahren. Hier war immer Rummelplatz auf dem Wasser, laute Musik, schnelle Boote, lautstarke Animation am Campingplatz gegenüber. In diesem Jahr dagegen nichts als Ruhe.
Zum Abendessen selbst gemachte Hamburger und Leffe.

Abendstimmung im Leukermeer

Venlo-Leukermeer: 25,7 km
Fahrzeit: 2:20 h
Betriebsstunden: 2:24 h / 98,6
Hafenkosten: 18,75 €

Freitag, 3. Juli 2020

Es ist kühl geworden, 15 Grad, aber nur wenig Wind. Jutta holt fürs Frühstück wieder mit der Fiets die leckeren dunklen Brötchen im kleinen Camping-Supermarkt, dann legen wir um 9:45 ab. In einer Stunde sind wir an der Schleuse Sambeek und können direkt hinter einem Berufsschiff einfahren. Bei der Ausfahrt kommt uns ein großer Frachter entgegen, zeigt die blaue Tafel und wir passieren Steuerbord an Steuerbord.

15 Minuten hat die Schleusung nur gedauert, und anderthalb Stunden später sind wir an der Stelle, wo wir rechts zum Mookerplas abbiegen müssen.

Vor der Brücke müssen wir den Mast legen, schön, dass das jetzt elektrisch funktioniert und Jutta nicht mehr nachhelfen muss!

Um 13:10 legen wir in Plasmolen an. bei 19 Grad und einer Mischung aus Sonne, Wolken und Wind. In diesem Hafen waren wir schon so oft wie in keinem anderem.

Abends fahren wir mit den Rädern zum Restaurant „Dolfijn“, das am Kanal Maas-Mookerplas liegt und genehmigen uns eine Portion Kibbeling Met Friet bei schönstem Sonnenschein auf der Terrasse direkt am Wasser.

Leukermeer – Plasmolen: 32,8 km
Fahrzeit: 3:24 h
Betriebsstunden: 3:24 h / 102,0
Hafenkosten: 21,05 €

Samstag, 4. Juli 2020

Ein trüber Tag, mit 16 Grad nicht sehr sommerlich. Jutta holt dunkle Brötchen im Campingladen, um 9:45 fahren wir los. Viel Wind und leichter Regen während der ganzen Fahrt. Um 11:15 sind wir an der Schleuse Grave. Da braucht man immer viel Zeit, weil diese Schleuse als einzige der Maas-Schleusen nur eine Kammer hat. Als wir ankommen, ist gerade ein 110-Meter-Frachter auf dem Weg zu uns nach oben. Nach 20 Minuten öffnet sich das Schleusentor und der Frachter fährt an uns vorbei.

Mit drei anderen Booten werden wir geschleust und sind um 12 Uhr wieder auf der Maas. Ein kleines Boot überholt uns und fährt dann sehr mutig in der Mitte des Flusses einem 135-Meter-Containerschiff entgegen. Das sieht aus unserer Perspektive sehr riskant aus, der Frachter fährt aber so weit rechts, dass es keine Probleme gibt.

Um 13:20 sind wir am Gouden Ham, wo wir im letzten Jahr weit hinten durch „in der Pampa“ am Ufer gelegen haben. Diesmal beschließen wir angesichts des windigen und regnerischen Wetters direkt vorne im Hafen anzulegen. Wir dürfen direkt an der Einfahrt am Meldesteiger festmachen, sehr bequem, wenn auch ein bisschen unruhig durch die vorbeifahrenden Boote. Im Hafen gibt es eine gezellige Vereinskneipe, wo wir unser Early-Evening-Bier zu uns nehmen, für 1 Euro das Glas.

Zum Abendessen wird diesmal an Bord gekocht, Pasta mit Tomaten, Kapern und Mozzarella.

Plasmolen – Gouden Ham: 32,1 km
Fahrzeit: 3:35 h
Betriebsstunden: 3:18 h / 105,3
Hafenkosten: 15,00 €

Sonntag, 5. Juli 2020

Eigentlich wollten wir heute über die Waal nach Woudrichem fahren. Angesichts des 5-6 Beaufort starken Winds und der weiteren Wetteraussichten haben wir aber ein bisschen umdisponiert. Wir werden Dordrecht vorziehen und dann zwei bis drei Tage später in Katwijk sein in der Hoffnung, dass das Wetter dann besser wird. Deshalb fahren wir heute nun bis Heusden und dann morgen oder übermorgen nach Dordrecht weiter. Heute ist das bisher schlechteste Wetter, starker Wind, dichte Wolken, alles Grau in Grau und auf der ganzen Fahrt dauerhafter Nieselregen. Die drei Scheibenwischer leisten gute Dienste.

Um 9:40 fahren wir los, und um 10:30 sind wir an der Schleuse Lith, wo wir direkt einfahren können, zusammen mit einem weiteren Boot und einem Rijkswaterstaat-Schiff. Nach 8 Minuten sind wir schon wieder draußen, toll. Hier ließ sich im letzten Jahr unser Motor in der Schleuse nicht mehr starten, seitdem haben wir das Problem nie wieder gehabt. Um 13:20 sind wir in Heusden und bekommen einen tollen Liegeplatz direkt an der Stadtmauer, von dem aus wir in zwei Minuten zu Fuß mitten in der Stadt sind.

Heusden ist zwar sehr touristisch, aber immer wieder schön, deshalb beschließen wir nach einem kleinen Stadtrundgang, morgen einen Ruhetag hier einzulegen und erst am Dienstag weiter nach Dordrecht zu fahren.

Mittags klart das Wetter auf, die Sonne kommt raus und wir machen einen Rundgang durchs Städtchen. Es ist Sonntag, und trotz Corona ist Heusden gut besucht. Überall gibt es Regeln und Wegweise, auch bei der tollen Eisdiele, die wir schon kennen, ist der Besucherverkehr geregelt.

Nach der trüben Fahrt heute Morgen gönnen wir uns heute Abend ein Dreigängemenü im „De verdwaalte Koogel“, sehr lecker, ein Keuzemenu mit dreifach-Auswahl für jeden Gang. Zwei Menüs, ein Flasche Wasser und eine Flasche Chardonnay de l’Ardeche, Alles zusammen genau 100,00 €.

Gouden Ham – Heusden: 37,8 km
Fahrzeit: 3:37 h
Betriebsstunden: 3:48 h / 109,1
Hafenkosten: 2 x 21,60 €

Montag, 6. Juli 2020

Heute ist wieder ziemlich durchwachsenes Wetter, immer noch sehr windig, 5-6 Beaufort, nur 16 Grad, immer wieder Regenschauer, aber zwischendurch auch immer wieder Sonne.

Wir machen uns einen ruhigen Tag, gehen spazieren, und das Städtchen macht heute einen ganz anderen Eindruck als gestern: Sehr ruhig, kaum was los. Die meisten Geschäfte und Restaurants sind am Wochenanfang geschlossen, viele öffnen überhaupt nur am Wochenende.
Die Aussicht vom Achterdeck ist wirklich schön:

Nach dem Abendessen (heute an Bord) noch ein toller Sonnenuntergang.

Dienstag, 7. Juli 2020

Heute wollen wir nach Dordrecht fahren. Es ist morgens nur 14 Grad, aber kein Wind und durch die Sonne wird es schnell etwas wärmer, man wird ja bescheiden. Um 9:20 geht’s los durch die Afgedamte Maas, immer wieder landschaftlich sehr schön. Um 10:30 sind wir an der Wilhelminasluis und können, nachdem ein Pulk von Freizeitbooten herausgekommen ist, mit drei anderen Boote schnell einfahren. Diese Schleuse ist mit ihrem „Fachwerkgebälk“ ziemlich einzigartig, ist aber eine reine Hochwasserschleuse, so dass nach dem Schließen des Einfahrttores das Ausfahrttor ohne Höhenunterschied sofort aufgeht.

Vorbei an Woudrichem, wo wir eigentlich übernachten wollten, und dann raus auf die Waal. Inzwischen ist wieder kräftig Wind, und wir dürfen wieder ausgiebig Wellenreiten. Immer wieder ein bisschen Abenteuer, auf diesem riesigen breiten Fluss zwischen den gewaltigen Frachtschiffen zu fahren.

Die Waal heißt ab Gorinchem Merwede und gabelt sich dann in die Nieuwe und die Beneden Merwede. Am Ufer liegen zahlreiche Werften, wo riesige Schiffe gebaut werden, unter anderem dieses seltsame Exemplar (was man hier sieht, ist der Bug!).

Auf der Beneden Merwede fahren wir nun bis Dordrecht. Hier, an der verkehrsreichsten Flusskreuzung Europas, kommen die Beneden Merwede, die Noord und die Oude Maas zusammen. Der Verkehr wird hier von der Sektorkontrolle Dordrecht geregelt, bevor man die Kreuzung erreicht, meldet man sich über Funk an und erhält die entsprechenden Anweisungen.

Wir passieren die Häuser mit der schönsten Aussicht Dordrechts.

Die Einfahrt zum Hafen wird zurzeit umgebaut und ist ziemlich eng, wir haben Glück und können als erstes Boot noch während der Wartezeit festmachen, vier andere müssen vor der Einfahrt dümpeln. Wir haben nochmal Glück und die Brücke zum Hafen wird nach zweistündiger Mittagspause nur zehn Minuten nach unserer Ankunft geöffnet.

Während wir vor der Eisenbrücke in der Hafenmitte auf die Öffnung warten, spielt sich hinter uns ein Drama ab, als in einem Plastikboot aus Düsseldorf die Steuerfrau beim Versuch verzweifelt, gegen den inzwischen wieder stärkeren Wind in eine Box einzufahren. Immer wieder hallt durch den Hafen der Schrei: Ich kann das nicht! Wir kriegen einen Platz auf der rechten Seite, direkt vor den schönen Häuschen am Hafen.

Sogar die Groote Kerk von Dordrecht hat sich heute einen Heiligenschein zugelegt.

Wir liegen direkt vor der wunderbaren Pizzeria „Otto e Mezzo“ und essen natürlich heute Abend die ausgezeichnete und dabei noch preiswerte Pizza. (Das auf Juttas Pizza ist nicht etwa Sahne und Schokolade, sondern Geitekaas und Balsamico)

Heusden – Dordrecht: 42,2 km
Fahrzeit: 4:25 h
Betriebsstunden: 4:06 h / 113,2
Hafenkosten: 2 x 25,94 €

Mittwoch, 8. Juli 2020

Das Wetter bleibt sich treu: kalt und regnerisch, aber heute zumindest nicht viel Wind. Ansonsten beginnt der Tag gut: mit den leckeren Brötchen aus der Traditionsbäckerei Nobels an der Groote Kerk, von Jutta besorgt. Nach dem Frühstück laufen wir ein bisschen durch die Stadt und sind zur Öffnung um 11 Uhr am Dordrechts Museum, das Jutta im vorigen Jahr sehr begeistert hat. In diesem Jahr gibt es neben der ständigen Sammlung niederländischer Meister eine Ausstellung „Slow Fashion“ mit 50 Beispielen von Mode aus den letzten 150 Jahren und eine große Ausstellung mit Werken von Willem Bastian Tholen (1860-1931) unter dem Titel „Een gelukkige natuur“. Ein Maler, den wir bisher nicht kannten, der aber wirklich wunderbare Gemälde der niederländischen Landschaft erschaffen hat. Auch sehr interessant: Der Dordrechter Maler Jaap Schlee (1948-2016), der nur mit Bleistift und Radiergummi sehr realistische Bilder mit unglaublichen Schattierungen erzeugt.
Gegen Abend zeigt sich die Sonne ein wenig und wir spazieren nochmal durchs Städtchen zum Restaurant „De Stroper“, wo wir einen schönen Tisch am Fenster mit Blick auf die Gracht reserviert haben. Hier haben wir letztes Jahr schon gut gegessen, und auch diesmal werden wir nicht enttäuscht. Ein Viergänge-Überraschungsmenü für 32,50, sehr fein zubereitet mit intensiven Geschmacksnoten und Texturen. Was mir gut gefällt: Statt teurem Mineralwasser bietet man hier selbst abgefülltes und speziell gefiltertes Wasser, gekühlt und mit oder ohne Kohlensäure in 0,75l-Flaschen für preiswerte 2,50 € an.

Donnerstag, 9. Juli 2020

Wegen des Umbaus der Hafeneinfahrt gibt es nicht mehr wie bisher feste Öffnungszeiten der Brücke, ich vereinbare also telefonisch mit der Brückenzentrale 9:30 und mit dem Hafenmeister 9:25 für die eiserne Brücke im Hafen. Klappt alles prima, dann sind wir wieder auf der Oude Maas. Ich melde uns beim Verkehrsposten „Sektor Dordt“ an, immer wieder toll, wie freundlich und auf deutsch die antworten. Als Freizeitfahrer wird man genauso ernst genommen wie die Berufsschiffer und bekommt seine Anweisungen, auf wen man noch warten muss und wann man das Fahrwasser kreuzen kann, um in die Noord einzufahren.

Dordrecht, von der Noord aus gesehen, links geht es in die Beneden Merwede, rechts in die Oude Maas

Auch hier gibt es wieder viele Werften, wo zum Teil recht rätselhafte Schiffe gebaut werden.

Um 11 Uhr biegen wir nach Steuerbord ab in die Hollandsche Ijssel. Dort sollte laut Karte an der Hochwasserschutzschleuse gearbeitet werden, was zu Verzögerungen führen würde, aber wir können problemlos durchfahren.

Bei der nächsten Brücke dürfen wir uns wieder am tadellosen Funktionieren unseres elektrischen Mastlegers erfreuen.

Die Hollandsche IJssel ist ein Flüsschen ohne viel Strömung, ein bisschen langweilig, aber nett zu befahren. Um 12:40 sind wir an der Mallegatschleuse, die zum Kanal in die Innenstadt von Gouda führt.

Nach kurzer Wartezeit öffnet der Schleusenwärter, die Schleusung geht auch recht flott, dann sind wir im Museumshafen von Gouda. Dafür sind wir noch nicht alt genug (genauer gesagt das Boot), wir müssen also noch durch die nächste Brücke, die sofort geöffnet wird, und legen dann an der Turfsingel an.

Am Nachmittag erkunden wir dann die Innenstadt rund um das historische Rathaus aus dem 15. Jahrhundert.

Dordrecht – Gouda: 34,2 km
Fahrzeit: 3:45 h
Betriebsstunden: 3:48 h / 117,0
Hafenkosten: 2 x 22,80 €

Freitag, 10. Juli 2020

Nach dem Frühstück fährt Jutta mit dem Fahrrad durch Gouda und ich aktualisiere unseren Reisebericht. Mittagessen an Bord, danach sehen wir uns noch ein paar Highlights von Gouda an, unter anderem ein kleines Käsemuseum in „De Waag“, wo früher die Käse gewogen wurden. Mit dem Fahrrad fahren wir zur Mallegatschleuse, durch die wir gestern in die Stadt gekommen waren. Hier gibt es ein schönes Schleusencafé, wo wir unser Early-Evening-Beer zu uns nehmen.

Abends fahren wir nochmal zum Markt und essen auf der Terrasse vom Restaurant „Gewoon Gouds“. Für 25 Euro kann man sich hier drei Gänge aus der gesamten Speisekarte zusammenstellen.

Samstag, 11. Juli 2020

Wir legen um 9 Uhr Abend sind direkt an der ersten Brücke. Die geht gleich auf rotgrün und wir können durchfahren. 50 Meter weiter die einzige Schleuse für heute, handbedient von einer Schleusenwärterin, und auch da geht es ohne Verzögerung weiter, genauso wie bei der nächsten Brücke im Stadtbereich Gouda.

Von dieser Art von Hebebrücken gibt es viele unterwegs.

Bis Leiden haben wir insgesamt 19 Brücken zu passieren, davon sind vier Brücken geschlossen höher als 4 Meter, sodass wir einfach durchfahren können. Bei den anderen 15 machen wir uns entweder über Funk bemerkbar oder der Brückenwächter sieht uns schon und schaltet auf rotgrün. Unterwegs begegnet uns dieser unglaubliche Transport.

In den Ortschaften sieht man sehr viele wunderbar am Wasser gelegene Häuser.

Um 13:30 passieren wir die letzte Brücke vor dem Stadthafen von Leiden. Der Hafen selbst ist allerdings rappelvoll, kein einziger Platz mehr frei.

Das hatte ich schon befürchtet, aber zum Glück sind um die Ecke, in der Zijlsingel noch ein paar schöne Plätze am Ufer zu haben, auch nur ein paar Schritte vom Hafen entfernt.

Gegenüber liegt ein großer Zweimast-Segler, der hier fest liegt und als Ferienwohnung zu mieten ist. Bis zum Nachmittag sind eine Reihe junger Leute an Bord mit viel Musik, aber zum Abend wird es ruhiger.

Wir spazieren durch die Stadt, trinken etwas in der Brasserie „De Poort“, und da gefällt es uns so gut, dass wir nach dem Abendessen an Bord nochmal auf ein Glas Wein dorthin gehen.

Gouda – Leiden: 30,9 km
Fahrzeit: 4:40 h
Betriebsstunden: 4:06 h / 121,1
Hafenkosten: – €

Sonntag, 12. Juli 2020

Wieder ein schöner, sonniger Tag, den wir mit einem ausgedehnten Frühstück mit Sonntagszeitung auf dem Achterdeck beginnen. Jutta kann endlich noch mal ihr SUP-Board zu Wasser lassen und paddelt bis zum Hafen. Ein Stück weiter an der Zijlsingel von unserem Liegeplatz liegt die ehemalige Mehlfabrik, die zu luxuriösen Apartments und Büros umgebaut wird. Hier legt gerade wieder ein Traditionssegler an.

Am Nachmittag schwingen wir uns auf die Fahrräder und sehen uns die Innenstadt näher an. Leiden hat nach Amsterdam das meiste Wasser innerhalb der Stadt, die durchzogen ist von Grachten und Kanälen, aber zum Glück nicht so touristisch überlaufen ist wie Amsterdam. Leiden hat ca 125.000 Einwohner, von denen 23.000 an der ältesten Universität der Niederlande studieren. Mitten im Zentrum liegt „de Burcht“, eine Burgruine auf der einzigen Anhöhe weit und breit.

Danach sehen wir uns noch ein kleines Mühlenmuseum in der „de Valk“-Windmühle an, und das lohnt sich wirklich, sehr liebevoll und informativ gemacht. im Erdgeschoss ist die Wohnung des ehemaligen Müllers exakt erhalten, im ersten Stock kann man sich einen interessanten Film über die Geschichte der Mühlen in den Niederlanden ansehen, und schließlich können wir in schwindelnder Höhe nach draußen auf die Galerie treten, auf der mit einem großen Rad die Mühle in den Wind gedreht wurde. Als wir da draußen stehen, drehen sich nun tatsächlich die Flügel der Mühle, wahrscheinlich elektrisch angetrieben und nur für uns, die einzigen Besucher eingeschaltet. Der Rückweg geht über die originalen und sehr steilen Treppen, die man nur rückwärts beschreiten darf.

Abends gehen wir nochmal in die Brasserie „de Poort“. Die haben ein interessantes Konzept: Aus 20 Gerichten, ähnlich wie Tapas, aber etwas größer, kann man sich 3, 4 oder 5 auswählen, für 33,50 bis 42 €. Jutta nimmt geröstete Rote Bete mit Ziegenjoghurt und eine Burrata, ich fange mit einer kleinen Meeresfrüchteplatte und Gambas an, dann erfreuen wir uns beide an Knusprigen Schweinebäckchen auf Krabbensalat, mit Soja und Sesam, was seltsam klingt, aber wie alles andere auch sehr gut zusammen passt und wirklich lecker ist. Dazu eine Flasche „Patapouf“, ein sehr kräftiger und fetter Chardonnay aus dem Pays d’Oc.

Montag, 13. Juli 2020

Wir legen um 9 Uhr ab, werden aber gleich an der ersten Brücke nach 100 Metern ausgebremst. Vor der rücke liegt ein Baggerschiff und baggert die Fahrrinne aus. Wir machen am Rand fest, zwei andere Boote warten mit und, dann hören wir über Funk, dass die Brücke um 9:30 für die Recratievaart geöffnet wird. Bis Katwijk haben wir nur 15 Kilometer, aber 16 Hebebrücken und 4, durch die wir mit gelegtem Mast fahren können. Ich glaube, hier in dieser Gegend mit den zahllosen Brücken würde ich ein flaches Boot bevorzugen. Jutta führt während der Fahrt Logbuch und registriert jede einzelne Brücke:

Manche Brücken sind wirklich sehenswert:

Um 11:45 sind wir im Jachthaven Katwijk, melden uns beim Hafenmeister an und können wunschgemäß am Kopf von Steg 10 anlegen, mit schöner Aussicht.

Am Nachmittag fahren wir zum Strand, der mit dem Fahrrad nur 5 Minuten entfernt ist. Trotz herrlichemSonnenschein hält sich der Andrang noch in Grenzen.

Auf dem Rückweg kaufen wir noch im Supermarkt ein bisschen fürs Abendessen ein und genießen die Ruhe an Bord. Bis Ende der Woche werden wir wohl hier bleiben.

Leiden – Katwijk: 15,7 km
Fahrzeit: 3:15 h
Betriebsstunden: 2:48 h / 123,9
Hafenkosten: 5 x 21,84