Fronleichnam 2019: Lommel

Donnerstag, 20. Juni 2019

Wir wollen die vier Tage ab Fronleichnam diesmal nutzen für einen kleinen Ausflug über die Zuidwillemsvaart und den Kanal Bocholt-Herentals nach Lommel mit Zwischenstation in Bocholt.
Wir sind um 9:20 im Hafen und schaffen es tatsächlich, flott einzuräumen und schon um 9:50 zu starten. Auf der Reise durch Belgien haben wir viele Brücken, die knapp über oder unter 6 Meter Durchfahrtshöhe haben. Mit stehendem Mast haben wir 6,25 Meter, das würde häufig knapp werden. Um dauerndes Mastlegen zu vermeiden, fahren wir deshalb die ganze Strecke mit gelegtem Mast, was leider die Sicht nach vorne etwas beeinträchtigt.

Wir passieren Maastricht und sind um 10:20 an der Schleuse Bosscheveld. Ein Berufler liegt vor der Schleuse, wir melden uns an und kurz darauf öffnet sich die Schleuse schon, ein Berufsschiff kommt heraus und wir fahren hinter dem Berufler hinein. 15 Minuten später sind wir 2,50 Meter tiefer in der Zuidwillemsvaart.
Die Zuidwillemsvaart ist ein relativ schmaler und flacher Kanal, oft nur knapp 1,50m unterm Kiel, dann gibt unser Echolot schon Alarm. Ansonsten eine ruhige und beschauliche Fahrt. Um 14:50 sind wir im Passantenhafen Bocholt. Die Stege sind sehr kurz und keine Schwimmstege, so dass es ganz schön wackelt, wenn ein Berufsschiff vorbei fährt.
Wir ruhen kurz, trinken einen Kaffee und fahren dann mit den Rädern zur Schleuse 18, die nicht weit ist. Dort kaufe ich für 85 Euro eine Vignette für Flandern, viel Geld für drei Monate, allerdings gibt es einen Wimpel der „Vlaamse waterwegen“ kostenlos dazu. Als wir mit dem Rad noch kurz ins Dorf fahren wollen, überrascht uns ein Wolkenbruch, also schnell zurück aufs Boot.
Fürs Abendessen habe ich einen Tisch im Restaurant „De Marmiet“ gebucht. Wir wählen das 5-Gänge Menü „Proevertjes“ für 69 Euro. Dazu gibt es eine Weinbegleitung für 25 Euro mit einem weißen und einem roten Hauswein oder für 33 Euro mit ausgewählten Weinen zu jedem Gang. Wir nehmen die ausgewählten Weine, was sich im Lauf des Abends trotz des Mehrpreises als gute Entscheidung herausstellt. Es gibt drei sehr delikate Amuses Gueules, dann fünf wunderbar komponierte Gerichte, dazu sehr schön passend drei Weißweine und einen Rotwein sowie zum Dessert einen Süßwein. Alles in allem ein sehr schönes Menü in angenehmem Ambiente und sehr freundlichem Service.

Freitag, 21. Juni 2019

Jutta holt im nahen Delhaize Supermarkt leckere Brötchen fürs Frühstück und Kirschen. Der Hafenmeister taucht noch auf und kassiert 13 Euro, dann starten wir um 9:30 Uhr. Kurz hinter Bocholt biegen wir von der Zuidwillemsvaart ab in den Kanal Bocholt-Herentals, und der ist sehr schön zu fahren, eingesäumt von hohen Bäumen, fast wie im Canal de Bourgogne.

Um 11:40 sind wir am Jachthafen „De Meerpaal“. Die Einfahrt zum Hafen ist recht schmal, der Hafen selbst auch nicht sehr groß, aber wir legen problemlos an. Freie Passantenplätze sind deutlich gekennzeichnet, so wünscht man sich das überall! De Meerpaal ist ein sehr angenehmer Vereinshafen mit einem freundlichen Hafenmeister und einem netten Lokal.

Wir machen mit den Fahrrädern einen kleinen Ausflug in die nahe „Lommelsche Sahara“, ein idyllisches Heidegebiet mit Wäldern und Seen. Von einem architektonisch sehr gelungenen 30 Meter hohen Aussichtsturm hat man eine tolle Übersicht über die ganze Gegend.

Samstag, 22. Juni 2019

Kleines Frühstück, dann Start um 9 Uhr auf dem Kanal Bocholt-Herentals zurück.
Um 13 Uhr sind wir in Maasmechelen, wo direkt am Parkplatz des Outlet-Centers Maasmechelen-Village ein langer Anleger ist. Auf der ganzen Strecke von 40 km haben wir nur ein Boot gesehen und hier am Anleger liegen auch außer uns nur zwei Boote. Wir shoppen ein bisschen und kaufen einen Gürtel und ein Kleid für Jutta und zwei schöne grüne Essteller. Eigentlich wollen wir dann am frühen Abend noch italienisch essen, aber dann bin ich für den Rest des Tages mit Übelkeit und Fieber außer Gefecht gesetzt. Ab halb elf bis halb vier ist dann irgendwo eine tierisch laute Open-Air-Techno-Party im Gange und ich liege bis frühmorgens wach.

Sonntag, 23. Juni 2019

Es geht mir etwas besser, aber Frühstück lasse ich lieber noch aus. Heute haben wir nur noch 20 Kilometer bis Maastricht, das lässt sich aushalten. Der Kanal zeigt sich heute extrem ruhig und friedlich.

An der Schleuse Bosscheveld melde ich uns an, aber die Schleuse ist gerade oben und so dauert es ein Weilchen, bis das Wasser raus ist, insgesamt dauert die Schleusung dadurch diesmal 50 Minuten.
Oben wartet schon ein Ausflugsboot von Stiphout/Maastricht. Um 12:30 sind wir wieder in unserem Hafen, trotz kleinen Probleme am Schluss ein schönes erholsames langes Wochenende.